September 2013, Greifensee
offener Projektwettbewerb

Landenberghaus Greifensee

Umbau und Erweiterung Landenberghaus - Kammermusiksaal mit Bistro



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Das neue Kulturhaus soll inmitten des geschützten Bestands maximal vom Ort und der baulichen Substanz der alten Stadtmauer profitieren. Das Herzstück des Hauses ist der Konzertsaal. Die Konzeption des Saals hat eine maximale Klarheit und Flexibilität zum Ziel - um Theater- und Konzertnutzungen in den unterschiedlichsten Formen zu ermöglichen.

Neuer Saal im Erdgeschoss

Der neue Saal entfaltet durch die Lage auf Platzniveau, der Einfachheit der Struktur zusammen mit der alten Bausubstanz und der Raumhöhe einen starke Prägnanz. Die Anordnung im Erdgeschoss - statt wie im Wettbewerbsprogramm im 1. Obergeschoss gefordert - verlangt ein Umdenken. So wird die Bistronutzung im heutigen Waschhaus als Sommer- und Schönwettergastronomie untergebracht.

Historische Stadtmauern, neues Tragwerk und Dach

Als Zeugen der über die Zeit erfolgten baulichen Eingriffe werden die bestehenden Bruchsteinmauern von den heutigen Einbauten befreit und sichtbar belassen. Es wird bewusst keine Rückführung auf einen historischen baulichen Stand angestrebt – vielmehr soll der vorgefundene Zustand zusammen mit einer neuen Tragstruktur und der Nutzung des Saals ein neues Ganzes bilden. Sanfte Anpassungen werden vorgenommen - bestehenden Öffnungen im Erdgeschoss werden zugemauert, sie sind jedoch noch ablesbar. Charakteristische Fensteröffnungen, Nischen und Absätze in der Wand bleiben bestehen. Drei massive Holzrahmen - präzise in die befreiten Grundmauern gestellt – überlagern als raumbildende, orthogonale Struktur die fragmentierten Oberflächen des Mauerwerks und rhythmisieren die Wandflächen. Statisch unabhängig und mit Abstand zu den alten Bruchsteinmauern tragen sie das Dach und bilden das Grundgerüst für Konzert- und Theaterinfrastruktur. Der Saal ist durch das flexible Tragsystem an der Primärstruktur vielfältig nutz- und unterteilbar. Dies ermöglicht im Grundriss vielfältige Bespielungsmöglichkeiten; die Bühne kann konventionell frontal zum Publikum, aber auch mittig im Raum stehen.

Raum für vielfältige Nutzung

Flexible Raumtrennungen ermöglichen kleinteilige Raumstrukturen für Ausstellungen oder den Messebetrieb. Das Foyer kann durch einfache Massnahmen dem Saal zugeschlagen werden. Der archaisch anmutende, vielfältig nutzbare Raum bietet die Gelegenheit ein räumlich-atmosphärisch unerwartetes Erlebnis zu schaffen und das Potenzial des Ortes auszuschöpfen.

Fassade

Die regelmässige Gliederung der Fassade bildet die ruhige Kulisse für das Leben auf dem Platz und im neuen Saal. Die breiten Öffnungen lassen eine grosszügige Verbindung zum Aussenraum zu, ohne im Innern störende Unruhe zu erzeugen. Ein Vordach und Windfang zeichnet den Eingang ab - der Warenumschlag erfolgt direkt über die Fassade zum Lift, der zu den Lagerräumen im Untergeschoss, oder auf das Niveau des Mehrzweckraumes im ersten Obergeschoss führt.

Grundrisse

Die neue Raumschicht an der Südwand des Saals nimmt die Treppe zu den Vorbereitungsräumen im ersten Obergeschoss, den Lift, die Erschliessung in das Untergeschoss, sowie die Saaltechnik und die Lüftung auf. Es bestehen als Ergänzung zur Saalnutzung eine Fertigungsküche für Bankette und Catering im Erdgeschoss. Die Treppe zu den Künstlergarderoben im ersten Obergeschoss kann in Verbindung mit der Bühne als Hinterbühne genutzt werden. Unabhängig vom kulturellen Betrieb befinden sich Nasszellen für die Bistro-Besucher im Haus.


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