Januar 2016, Zug
selektiver Projektwettbewerb

Zwei neue Wohnhäuser

Ersatzneubauten für die Wohnbaugenossenschaft Heimat Zug


In Zusammenarbeit mit:
Kurt Schmid - Archetage, Zug
Romain Blanc - Archetage, Zug
Marceline Hauri - Planetage GmbH, Zürich

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Disposition der Neubauten

Die beiden viergeschossige Zeilenhäuser nehmen die identitätsstiftenden Merkmale des gartenstadtähnlichen Quartiers auf und entwickeln diese in einer zeitgemässen Architektur und Dichte weiter. Sie verweben sich in selbstverständlicher Art und Weise mit dem städtebaulichen Kontext der bestehenden Bauten am Lauriedhofweg. Das längere der beiden Häuser bildet den östlichen Übergang zur geplanten Erweiterung Lüssi / Göbli und führt durch seine Stellung die siedlungstypisch durchlaufenden Grünräume der bestehenden Bebauung in einem grosszügigen Aussenraum zusammen. Im Zentrum der Siedlung entsteht so ein gemeinschaftlicher, siedlungsöffentlicher Freiraum, welcher durch das dichte Wegnetz mit den verschiedenen Gebäuden verbunden ist. Im Norden bildet die nord-süd orientierte Zeile wie in der heutigen Disposition den räumlichen Abschluss des Quartiers. Durch eine Erhöhung der Gebäudetiefe um einen Meter (im Vergleich zur bestehenden 2. Bauetappe) auf 14 Meter können die gestellten Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit der Neubauten und die geforderte Anzahl Wohnungen mit einfachen Volumen und einer ortstypischen Gebäudesetzung erreicht werden.

Architektonischer Ausdruck

Mit dem architektonischen Ausdruck werden, dem städtebaulichen Konzept folgend, die ortstypischen Merkmale des Quartiers reflektiert und weiterentwickelt. Faltläden, ein moderates Hochparterre, flach geneigte Blechdächer mit Dachvorsprüngen und sichtbaren Fallrohren prägen das Bild von städtischen Häusern, die sich auf die bestehenden Bauten und das Ländliche der Gartenstadt beziehen – sich jedoch durch ein verhältnismässige Grosszügigkeit im Aussenraum, in den Wohnungen und in den Fassaden klar in der heutigen Zeit verorten lassen. Die einen Knick aufweisenden Loggien rhythmisieren die Fassaden und betonen die Horizontalität der beiden schlichten Baukörper. Die Treppenhäuser sind zweiseitig an die Freiräume angeschlossen; damit orientieren sich die Häuser allseitig auf die Freiräume.

Freiraumkonzept

Die siedlungstypisch durchlaufenden Rasenflächen mit dem eingelegten, geschwungenen Wegsystem werden mit der geplanten Erweiterung differenziert und die heutigen Bedürfnisse an einen genossenschaftlichen Aussenraum in die Gestaltung integriert. Es werden Ränder und Übergänge zu den angrenzend geplanten neuen Siedlungsstrukturen gebildet und eine Differenzierung in der Privatheit der Aussenräume mit einer Schichtung von öffentlichen, gemeinschaftlichen und privaten Räumen gesucht. Die Umgebung wird zur Rasen-, Wiesenlandschaft mit wechselnder Typenausbildung. Somit wird der Blick aus den Wohnungen in die Kammern und Zwischenräume unterschiedlich hinterlegt. Rasenflächen mit krautigen Wildstauden bilden die Vorzonen zu den Wohnungen. Topografisch modelliert wird die zentrale Grünfläche zur Hügellandschaft für Erstgeher und –fahrer, im Frühjahr ein Blütenmehr von Krokussen. Wiesenflächen bilden den landschaftlichen Bezug, ein Steg führt direkt zum Teich. An den erweiterten Knotenpunkten im Wegsystem werden Nutzungen angelagert, die die Begegnungen zwischen den Bewohnern unterstützen. Gedeckte Bereiche mit Sitzgelegenheiten, Fahrradparkierung für Kurzentschlossene und Besucher oder Kleinkinderspiele.

Wohnungen

Alle Wohnungen in den als Zweispänner konzipierten Zeilenbauten haben durchgängige, zweiseitig orientierte Wohn-/ Essbereiche mit Sichtbezug in die Aussenräume. Es wird zwischen Wohnungen im Kopfbereich und Wohnungen in der Zeile differenziert. Die Wohnzimmer mit Balkon orientieren sich allesamt zum neuen zentralen Grünraum in Quartiermitte, die Balkone der Küchen bieten gegen Osten den Blick auf den Zugerberg und gegen Norden zum geplanten Bachbett. Beidseitig kragen die gewinkelten Balkone leicht aus und ermöglichen so auch Ausblicke in die Tiefe der Aussenräume. Die Privatheit der Wohnungen im Erdgeschoss wird durch das moderate Hochparterre auf einem halben Meter ab Boden sichergestellt – welches aber den direkten Bezug der Erdgeschosswohnungen aus den Küchen in den Grünraum zulässt.

Konstruktion

Die beiden Gebäudekörper werden in einem Rauputz verputzt. Das mit Blech belegte Satteldach und die Fallrohre aus Zinkblech verweisen auf die bestehenden Bauten und die im Ländlichen verorteten Referenzen der Gartenstadtsiedlung. Die Tragstruktur wird als konventioneller Massivbau in Ortbeton und Backstein erstellt. Das Satteldach wird als Kaltdach auf dem Massivbau erstellt. Die Materialien des Innenausbaus sind zweckmässig und robust (Parkett als Bodenbelag in den Individualzimmern und Hartbetonböden in den Wohnzimmern). Die Badezimmer sind in der Regel in der Tiefe des Grundrisses an gemeinsamen Erschliessungsschächten angeordnet.


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